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’Levande historia’ als schwedisches Mahnmal: von Vergangenheits- zur Geschichtspolitik
Uppsala University, Disciplinary Domain of Humanities and Social Sciences, Faculty of Arts, The Hugo Valentin Centre.
2010 (German)In: Ideengeschichte als politische Aufklärung: Festschrift für Wolfgang Wippermann zum 65. Geburtstag: Geschichte und Gegenwart des Nationalsozialismus / [ed] Vogt, Stefan & Herbeck, Ulrich m.fl., Berlin: Metropol Verlag , 2010, 1, 539-570 p.Chapter in book (Other academic)
Abstract [de]

Die Studie hat gezeigt, dass durch ein Zusammenwirken von Politik und Geschichtswissenschaft im schwedischen hegemonialen Diskurs die Sichtweise auf den Holocaust als singuläres historisches Ereignis der Totalitarismusperspektive gewichen ist. Das muss nicht heißen, dass der Stellenwert der Holocausterinnerung unter der neuen Regierung geringer geworden wäre, sondern lediglich, dass der Holocaust im ständigen Vergleich mit dem Gulag thematisiert wird. Damit geht jedoch eine Relativierung der spezifischen Bedeutung des Antisemitismus einher. Ein Indiz dafür, wie die Fokussierung auf den Holocaust als „zentrale Deutungskategorie“ ebenfalls abgenommen hat, ist die Rücknahme des Antrags der Regierung Persson seitens der jetzigen bürgerlichen Regierung, das internationale ITF-Sekretariat in Stockholm anzusiedeln.

Wie gezeigt wurde, beschränkt schon die Verlagerung der Debatte auf das Thema Kommunismus die Thematisierung von Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus. Politisch lässt sich daraus ableiten, dass Begriffe wie „Toleranz“ oder „Demokratie“ statt Antirassismus und Antinazismus zu Leitbegriffen wurden: Nicht die Fremdenfeindlichkeit der Rechtspopulisten, sondern die Geschichtsapologie mancher Postkommunisten gerät ins Visier.

Ebenso wie die deutsche Mahnmalsdebatte war die Debatte um „Levande historia“ von diskursfremden Elementen überdeterminiert. Den Sozialdemokraten konnte mit gewissem Recht vorgeworfen werden, ihre brüchige moralische Fassade mit dem Projekt aufputzen zu wollen; die Konservativen nutzten den Diskurs „Verbrechen des Kommunismus“ als Trojanisches Pferd gegen die Linke. Die Linke reagierte apologetisch und teilweise mit Vergleichen, die den Holocaust durch einen antiimperialistischen Diskurs relativierten.

Dagegen wurde der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma ebenso wenig angesprochen wie deren gegenwärtige Diskriminierung. Dafür sehe ich zwei Gründe: Erstens wurden die Sinti und Roma im schwedischen Projekt „Levande historia“ und auf der Holocaustkonferenz nur bedingt als Holocaustopfer anerkannt, zweitens wurde das Schicksal der Sinti und Roma von keiner politischen Richtung politisch instrumentalisiert.

Die staatliche Initiative „Levande historia“ hat für Schweden notwendige Impulse zur Aufarbeitung der Vergangenheit gegeben. Sie wird in der Form einer gesellschaftlichen, permanenten Auseinandersetzung weitergehen müssen, in der Geschichte als Politikfeld erkannt wird.

 

Place, publisher, year, edition, pages
Berlin: Metropol Verlag , 2010, 1. 539-570 p.
Keyword [de]
Levande historia, Geschichtspolitik, Holocaust, Einnerung
National Category
History
Research subject
History
Identifiers
URN: urn:nbn:se:uu:diva-152060ISBN: 9783940938664 (print)OAI: oai:DiVA.org:uu-152060DiVA: diva2:412406
Available from: 2011-04-22 Created: 2011-04-22 Last updated: 2013-04-25Bibliographically approved

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